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Förderunterricht bei Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) an der Sonnenrainschule

Schreibübung

Was bedeutet LRS?

LRS bedeutet Lese-Rechtschreib-Schwäche. Gemeint ist damit die Schwierigkeit eines Kindes in der Anfangsphase des Lesen- und Schreibenlernens trotz intensiver Förderung in der Schulklasse und im Elternhaus keine ausreichenden Leistungen zu erreichen.

Wer ist von der LRS betroffen?

Jungens sind etwa doppelt so oft davon betroffen als Mädchen. Häufig stecken hinter den Lernschwierigkeiten im Lesen und Schreiben Entwicklungsverzüge in der Sprachentwicklung. Deshalb haben Kinder mit Deutsch als Zweitsprache auch häufiger Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Schreibens, die mit wachsender Sprachkompetenz aber meist verschwinden.

Wer braucht einen LRS-Kurs?

Ein LRS-Kurs wird in der Regel erst ab der 3. Klasse angeboten. Es hat sich jedoch gezeigt, dass durch frühzeitige und richtige Hilfe schon ab der 1. Klasse einer LRS vorgebeugt werden kann. Der LRS-Kurs sollte da möglich sein, wo die individuelle Hilfe durch die Klassenlehrkraft nicht mehr ausreicht, um dauernde Misserfolge zu verhindern.

Wie lange dauert ein LRS-Kurs?

Ein Kind nimmt so lange daran teil bis es mindestens ausreichende Leistungen im Lesen und/oder Schreiben erreicht. Deshalb kann ein Kind den Kurs auch jederzeit wieder verlassen, wenn die Leistungen dies erlauben.

Wer entscheidet über die Teilnahme?

Auf Vorschlag der Deutschlehrkraft (in der Regel ist das die Klassenlehrkraft) entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters über die Teilnahme. Eine Beratungslehrerin kann zur Abklärung herangezogen werden (Diagnostik). Die Eltern müssen der Teilnahme schriftlich zustimmen.

Wird die Lese- Rechtschreibleistung bei einem LRS-Kind anders bewertet?

Worte an der Tafel

Die Deutschlehrkraft kann ggf. einem Kind Erleichterungen bei Rechtschreibtests gewähren. Das liegt in ihrer Verantwortung. Erleichterungen können sich auf den Umfang und die Form beziehen. In jedem Fall muss dies aber für die Eltern erkennbar gemacht werden. Leistungsbewertungen werden zusätzlich kommentiert. Dies gilt insbesondere für nicht ausreichende Leistungen. Bei der Notengebung im Zeugnis kann die Leistung im Lesen- und oder Schreiben geringer gewichtet werden. Dies wird dann aber zusätzlich vermerkt (Nachteilsausgleich). Eine Aussetzung der Notengebung ist nicht möglich.

Warum ist die Zusammenarbeit mit den Eltern für ein LRS-Kind so wichtig?

LRS-Kinder erleiden nicht nur in der Schule vielerlei Kränkungen, sondern erfahren auch im Elternhaus oft Ungeduld, Unverständnis, Kritik und falsches Üben – oft in dem vermeintlichen Bemühen, dem Kind damit zu helfen. Dadurch entstehen oft sekundäre Lernstörungen, die schwerwiegende Konsequenzen für das Selbstvertrauen des Kindes haben. Nur wenn das Kind die Erfahrung machen kann, dass Schule und Elternhaus es in seinen Schwierigkeiten ernst nehmen und die richtige Hilfe anbieten, wird es bereit sein, Lernblockaden zu überwinden.

Wie findet die Elternarbeit statt?

An einem ersten Eltern-Gesprächsabend können alle wichtigen Inhalte besprochen werden. Dabei wird aber nicht auf die Problematik einzelner Kinder eingegangen. Die Eltern können in Elternsprechstunden den Kontakt zur Lehrkraft aufnehmen und im Gespräch nach gemeinsamen Lösungen für ihr Kind suchen. Wichtig ist, dass in Gesprächen die Lernanstrengungen der Kinder begleitet werden. Dazu sind auch kleine Gesprächsrunden möglich, ggf. mit der Klassenlehrkraft.

Wieviel Förderstunden haben LRS-Kinder?

Wegen der geringen Zahl an Deputatsstunden ist derzeit nur eine einstündige Betreuung in der Woche möglich. Bei geringerer Kinderzahl könnten es auch zwei Wochenstunden sein.

Wann findet der LRS-Unterricht statt?

Der Unterricht findet in der Regel vor oder während des Regelunterrichts statt. Die Klassenlehrerinnen achten darauf, dass die Kinder nichts Wesentliches versäumen. Insbesondere sollen während des LRS-Unterrichts keine Klassenarbeiten vorbereitet werden.

Was sind die Gründe für eine LRS?

Es können unterschiedliche Gründe vorliegen. Meist haben die Kinder Probleme, Laute genau zu hören und akustisch zu trennen. Es gelingt ihnen nur schlecht Wörter in Laute aufzulösen und diese korrekt Buchstaben zuzuordnen. Beim Schreiben kommt es dann häufig zu Steuerungsfehlern, weil eine synchrone Verarbeitung von Sprache und Schrift nur schlecht gelingt.

Schulbank

Man spricht heute von Schwierigkeiten im phonematischen Bewusstsein. Natürlich können auch visuelle Schwierigkeiten zugrunde liegen oder auch mangelnde Sprachkenntnisse. Soweit es sich nicht um eine grundsätzliche (meist ererbte) Schwäche handelt und das Kind zum Beispiel noch sehr jung ist, kann die LRS gut überwunden werden. Das gilt für die meisten Kinder, die den Kurs besuchen. Aber auch in schweren Fällen kann durch richtigen Umgang mit der Schwäche eine Verbesserung erzielt werden. Folgeprobleme werden so vermieden.

Was lernen die Kinder im LRS-Unterricht?

Die Kinder lernen durch genaues Hören und Sprechen und durch rhythmisch silbierendes Mitschwingen und gleichzeitiges silbierendes Mitsprechen ihr Schreiben besser zu steuern und so Fehler zu vermeiden („Freiburger Rechtschreibschule FRESCH“ nach Heide Buschmann).

Zunehmend wird – wo das der Stundenplan erlaubt – auch am PC geübt. Das langsame, lautgerechte „Ertippen“ der Wörter ist eine gute Steuerungshilfe, zumal Fehler sofort rückgemeldet werden. Auch die Schreibmotivation lässt sich so gut verbessern.

Vielfältige Leseübungen, Wahrnehmungsspiele und Entspannungsübungen runden das Programm ab. Die Kinder sollen sich wohlfühlen und gern in den Kurs kommen.

Der Schwierigkeitsgrad der Lese- und Schreibübungen wird den Kindern individuell angepasst. Ziel ist es, mit den Kindern so zu arbeiten, dass sie möglichst keine Fehler machen. Erfolgreiches Arbeiten stärkt das Selbstvertrauen und steigert die Lernfreude.

Warum sind die Gruppen so klein?

Nach Möglichkeit sollten nicht mehr als vier Kinder einen Kurs besuchen. Aus organisatorischen Gründen lässt sich das nicht immer verwirklichen. Nur in der kleinen Gruppe ist eine individuelle Betreuung gewährleistet.

Können LRS-Kinder die weiterführenden Schulen Realschule und Gymnasium besuchen?

Wo der notwendige Notendurchschnitt erreicht wird, ist dies natürlich kein Problem. Aber auch Kinder, die deutlich in anderen Leistungen zeigen, dass sie sich für diese Schulen eignen, können auf Beschluss der Klassenkonferenz die entsprechende Empfehlung erhalten.

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